Wirtschaftsnachrichten

Wirtschaft Global: Alle Zeichen stehen auf Erfolg!

Die Weltwirtschaft zeigt sich gegenwärtig in einer guten Verfassung. Bedingt durch den hohen Rohölpreis haben allerdings in den letzten Wochen die Konjunkturrisiken spürbar zugenommen. Sollte der Preisanstieg beim Rohöl allmählich zum Stillstand kommen, dürfte die Weltwirtschaft in diesem Jahr dennoch ein reales Wachstum von rund 4% erreichen. In den USA signalisieren die jüngsten Konjunkturindikatoren eine leichte Verlangsamung des rasanten Wachstumstempos. Dies ist eine willkommene Entwicklung. So kann die Nachfrage allmählich wieder in Einklang mit dem Produktionspotenzial gebracht werden kann, ohne dass ein scharfer Einbruch der US-Konjunktur zu befürchten ist. In Japan scheint sich die Konjunktur nach Jahren der Rezession und Stagnation endlich von der Talsohle zu lösen. In diesem Jahr ist dort ein Wirtschaftswachstum von bis zu 2% möglich, welches im kommenden Jahr weiter steigen könnte. Auch die übrigen großen Wirtschaftsregionen befinden sich im wirtschaftlichen Aufschwung. In Lateinamerika und Osteuropa könnte das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr sogar noch etwas stärker werden.

Die Konjunktur im Euro-Raum hat inzwischen spürbar an Fahrt gewonnen. Ebenso bleiben die Preisrisiken in der Euro-Zone insgesamt sehr überschaubar. Im deutlichen Widerspruch zur guten Wirtschaftslage steht allerdings der niedrige Außenwert des Euro, da dieser deutlich unterbewertet ist. Experten erwarten jedoch eine Anpassung dieser Bewertung innerhalb der nächsten zwei Jahre. Hierzulande konnte im ersten Halbjahr das kräftigste Wirtschaftswachstum seit zehn Jahren verzeichnet werden. Schrittmacher für das Wachstum waren die Exporte sowie die Aufrüstungsinvestitionen in der Region. Der private Verbrauch blieb vergleichsweise schwach, wenngleich er im zweiten Halbjahr deutlich stärker wuchs als im ersten. Experten prognostizieren allerdings einen Nachlass des Wachstumstempos im zweiten Halbjahr. Befürchtungen eines jähen Abbruchs der guten konjunkturellen Entwicklung sind jedoch unbegründet, da alle konjunkturellen Frühindikatoren sich nach wie vor deutlich im positiven Bereich befinden.

Interview mit Geschäftsleiter und Gründer der UN-Beratung Mbata
Felix Scholz sprach mit Herrn Augustin Mbata
„Gründer unterschätzen nach wie vor die Wichtigkeit einer Liquiditätsplanung“

Herr Mbata, Sie haben Ihr Unternehmen auf die Begleitung von Unternehmensgründern und Unternehmensnachfolgen spezialisiert. Wie schätzen Sie zurzeit die Gründerszene in Santa Beach ein? Wo sehen Sie positive, wo negative Aspekte?

Nun, ich empfinde es als sehr positiv, dass sich viele Menschen wieder trauen die Selbständigkeit als wahre Alternative zum Angestelltendasein zu sehen. Sie setzen sich im Vorfeld intensiv mit den Themen auseinander und wollen auch gesellschaftlich mehr Verantwortung übernehmen. Allerdings hat der Untergang vieler Unternehmen der letzten Jahre mögliche Gründer wieder etwas vorsichtiger werden lassen. Die Gründe liegen vor allem bei der Finanzierung und Finanzplanung. Aufgrund des meist dünnen finanziellen Budgets dieser jungen Unternehmer kommt es meist schnell zur Pleite

Wie können sich Gründer davor schützen?

Nun, eine gute Finanzplanung ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine gut funktionierende Unternehmung. Nur wenn Sie als Unternehmer die eigene Liquidität im Griff haben, sichern Sie sich vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit ab.

Aber in den Businessplänen gehören doch Finanzplanungsrechnungen zum Standard. Das Problem sollte daher nicht neu sein, oder?

Da haben Sie Recht. Aber die Zahlen, die in diesen Tabellen stehen, haben nur selten eine fundierte Grundlage. Es wird leider meist nur grob geschätzt und die Planung nicht auf passende Kennzahlen gestützt. Was ebenfalls oft verdrängt oder vergessen wird, sind mögliche Einzahlungslücken, die die Finanzplanung durcheinander werfen können.

Könnten Sie ein Beispiel nennen?

Zum Beispiel sind Sie Unternehmer und bieten Güter an. Manche Kunden möchten sich, vor allem zu Beginn des Geschäfts, erst einmal von Ihren Leistungen überzeugen und verlangen Zugeständnisse, zum Beispiel bei den Zahlungskonditionen. Hier gilt allgemein, je länger das Zahlungsziel, desto positiver wird der Kunde reagieren.
Aus Sicht des Kunden sieht das folgendermaßen aus: Warum sollte der Kunde bei Ihnen kaufen? Sie sind unbekannt und er weiß nicht genau, was er für sein Geld bekommt. Also sagen Sie: Ich verkaufe das Gut und der Kunde kann es erst einmal testen und zahlt in vier Wochen. Darauf lässt sich der Kunde ein, denn das ist ein Vertrauensvorschuss
von Ihnen. Allerdings ist es ebenso ein Finanzvorschuss, denn Sie müssen die gesamte Leistung von Material, über Löhne bis zur Verwaltung vorfinanzieren. Da das Geld erst einige Wochen später an Ihr Unternehmen zurückfließt, sollte diese Einzahlungslücke bei der Planung berücksichtigt werden. Erfahrungsgemäß werden solche Zahlungsfristen von den Kunden tatsächlich auch voll ausgeschöpft.

Wie können diese Probleme bereits beim Businessplan berücksichtigt werden?

Am besten mit der Berechnung einer Zahlungsquote. Nehmen Sie an, Sie haben über sechs Monate hinweg die gleichen Zahlungsströme und gewähren vier Wochen Zahlungsziel, also die Frist bis der Kunde zahlen muss. Dann gehen nur fünf Sechstel in die Kasse ein und das letzte Sechstel des Geldes fließt im darauf folgenden Halbjahr in die Kasse. Die Zahlungsquote beträgt daher 5/6, also 83%. Die anderen 17% müssen deshalb mit eigenem Geld finanziert werden und sollten entweder vorfinanziert oder angespart worden sein. Kritisch wird es dann, wenn zusätzlich Forderungen und Zahlungen ausfallen, dies ist jedoch selbst mit Planung nicht vorauszusagen, dann bleibt nur noch eine gute juristische Unterstützung.

Vielen Dank für diese ausführlichen Erklärungen. Abschließend, welchen Tipp würden Sie Jungunternehmern mitauf den Weg geben?

Nun ja, ich denke, dass der Businessplan inklusive Finanzplanung, das Wichtigste für den Start eines Unternehmens ist. Allerdings ist es ebenso wichtig, flexibel zu bleiben, den Markt sehr gut zu beobachten und sich Entwicklungen unter Berücksichtigung seiner Strategie anzupassen. Das sind meiner Meinung und Erfahrung nach die essenziellsten
Bausteine eines Jungunternehmers, die ich jedem ans Herz legen möchte.

Sport & Freizeit

Individualisten im Trend
von Felix Scholz
Profisurferin Claire Meech beim K-Bay Surf Open Geschäftsleiter und Gründer der UNBeratung Mbata

Ein Marktforschungsbericht des Marktforschungsinstitut Santa Beach (MISB) hat ergeben, dass die Endabnehmer von Sport- und Freizeitgütern zunehmend Wert auf Individualisierung legen. Laut dieser Untersuchung wird es immer wichtiger, den individuellen Präferenzen der Kunden auch im Sport-, Freizeit- und Entertainmentbereich Rechnung zu tragen. Als typisches Beispiel nennt der MISB-Report die Herstellung von Winter- und Sommersportgeräten nach Kundenwunsch, sowie Surfbrettern oder Snowboards. Gerade Touristen nehmen immer häufiger das Angebot wahr, sich vor Ort ihre Sportgeräte zu beschaffen. Eine von Santa Beachs Profi-Surferinnen, Claire Meech, kann diese beiden Trends bestätigen.

Sie schwört seit Längerem auf individuelle Surfbretter und fährt sehr gut damit: sie konnte sich letztes Jahr den zweiten Platz der Greenville Surfing Competition sichern. Zudem gibt sie auch Surfunterricht in der Gegend und sieht zunehmend wie ihre Schüler eigene, lokal produzierte Surfbretter mitbringen. „Viele meiner Schüler kommen anscheinend erst vor Ort auf die Idee sich ein Surfbrett zuzulegen. Weil die Unternehmen ihnen die Möglichkeit bieten, entscheiden sich viele dafür ihr Brett zu personalisieren.“, so Meech. Dieser Trend gilt daher nicht nur für den Profisport-Bereich sondern auch für Amateure. Da in Beach County viele Unternehmen eher allgemein produzieren und vertreiben, weist auch die MISB auf diese Marktlücke hin.

Regionale Nachrichten

Gründer in der Praxis
von Harald Greenspan
Startups im Profi-Sport-Bereich haben kaum eine Chance. Kein Image, wenig Geld und extrem kleiner Nischenmarkt

Als Emmanuel Martin vor etwa zwei Jahren sein Exklusiv-Sportgeschäft „Martin Athletics“ gründete, hatte er sich das Konzept gut durchdacht, so glaubte er: Hochwertige Sportartikel für den Fitnessbereich. Seine Zielgruppe waren Extrem- und Leistungssportler aus der ganzen Welt. Er wollte ihnen individualisierte Produkte für ihren jeweiligen Profisport anbieten und sie konstant betreuen, um so die Produkte ständig weiterentwickeln zu können. Vorgestern musste „Martin Athletics“ allerdings Insolvenz anmelden. Die Gründe seines Scheiterns hat er inzwischen selbst erkannt. „Die hohen Preise waren für mich einfach nicht durchsetzbar, da ich als Anbieter nicht richtig ernst genommen wurde“, so Martin.

Als er anfangs damit plante für jeden Kunden speziell angefertigte Sportartikel herzustellen, sah er sich mit den vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten im Profisport-Bereich konfrontiert. Ob Materialforschung, Aerodynamik, Elektronik oder Mechanik, die Entwicklungsmöglichkeiten waren vielfältig und die Kosten dafür sehr hoch. Mit den Budgets, die die etablierten Unternehmen für Forschung und Entwicklung dieser Technologien aufbrachten, konnte Martin als Markteinsteiger ohne viel Kapital natürlich nicht mithalten. Mbata hätte dem ehrgeizigen Unternehmer im vornherein von dieser Marktnische abgeraten. „Junge Unternehmen haben in diesem sehr kleinen Marktsegment im Grunde keine Chance.

Die Unternehmen, die die kleine Gruppe von Leistungssportlern bedienen, sind meist die großen Hersteller selbst oder deren Spin-Offs, spezialisierte Tochterunternehmen. Sie bringen das Geld für Forschung und Entwicklung sowie das nötige Image mit, um in dieser Branche profitabel zu sein.“ Mbata hat noch abschließend einen Tipp für Jungunternehmern im Sport- und Freizeitbereich: „Individualisierung ist der richtige Weg, es muss aber noch für die breite Masse erschwinglich sein. Das Geschäftsmodell auf einzelne Profis auszurichten, führt zu einer sehr großen Abhängigkeit. Fällt dann nur ein Kunde weg, kann das schon das ‚Aus‘ bedeuten.“